Diskussion mit Bundestagsabgeordneten zum Thema "Fairness auf dem Arbeitsmarkt"

MdB und MdL


MdB Marianne Schieder, Josef Schlierf, MdB Anette Kramme, Carolin Braun und Christian Beyer

Hochkarätig besetzt war das Referententeam bei der Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Seubersdorf zum Thema "Fairness auf dem Arbeitsmarkt". Es sei die Auszeichnung für die engagierte Parteiarbeit des Ortsvorsitzenden Josef Schlierf, so die Moderatorin des Abends, MdB Marianne Schieder, dass man in der Reihe "Der Abgeordnete vor Ort" Seubersdorf ausgesucht habe, um MdB Anette Kramme aus Bayreuth, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, nach Seubersdorf zu holen.

Während Rechtsanwältin Kramme die Negativseiten der derzeitigen Arbeitspolitik aufzeigte und trotz positiver Zeichen zahlreiche Probleme sah, die auf dem Arbeitsmarkt überwunden werden müssten, stellte die stellvertretende Landrätin Carolin Braun das Klinikum Neumarkt als positives Beispiel hin.
"Auch in Neumarkt", so Braun, "gibt es Probleme zu den Themen Kurzarbeitergeld, Transfergesellschaften, Förderung der Alten- und Krankenpflegeausbildung, Ein-Euro-Jobs, Hartz IV, Mindestlohn und Tariflohn". In der gut besuchten Versammlung - das Gasthaus Götz war bis auf den letzten Platz besetzt - erläuterte Braun für viele Betriebe und Firmen am Beispiel Klinikum wie es gehen könnte, dass Arbeitnehmer zufrieden seien.

"Gott sei Dank ist das Klinikum noch immer in kommunaler Hand", so die stellvertretende Landrätin. "Im Arbeitgeberverband konnte erreicht werden, dass Tariflöhne bezahlt werden". Heute sei es die Regel, dass man qualifizierte Schwestern und Ärzte nur noch über eine ordentliche Bezahlung finden könne. Eine weitere Möglichkeit "Fairness" zu zeigen, sei es, eine Kinderbetreuung anzubieten, um zunehmend Frauen in qualifizierte Berufe zu bekommen. Dies sei im Klinikum beschlossene Sache.

"Diese Beispiele zeigen", versichert Braun, "dass Kommunen durchaus auch mit guten Beispielen vorangehen können und sogar müssen". Was aber leider knapp an der CSU-Mehrheit im Kreistag gescheitert sei, war das "Insourcing" von Putzleistungen. Braun meinte, dass man Frauen eine Perspektive geben könne, wenn sie nicht über eine Reinigungsfirma ihre Arbeit aufnehmen, sondern vom Klinikum eingestellt würden.

Die Arbeitsmarktpolitik erfolgreich fortsetzen und ausbauen war dann auch eines der Hauptthemen von Anette Kramme, die dazu feststellte, dass es weiterhin notwendig sei, alle Kräfte und Erfahrungen zu bündeln, um die von der Wirtschaftskrise betroffenen Unternehmen und deren Belegschaften zu unterstützen. Als geeignetes Mittel bezeichnete sie die Kurzarbeit. Weiter forderte die Bundespolitikerin mehr Chancengleichheit für die Jugend und im Zusammenhang damit auch, dass das Tarifgefüge stabilisiert werden müsse.

Es gehe nicht an, dass man Praktikanten nahezu umsonst malochen lasse. "Wir brauchen vereinfachte Tarifverträge, die zum Gesetz werden könnten". Auch dürften dabei langjährige Stammarbeiter nicht mehr durch Leiharbeiter ausgetauscht werden.
Später kontrovers diskutiert wurden die Themen "Rente mit 67" und Mindestlohn. Hierbei forderte Schlierf die beiden Abgeordneten auf, mit den Gewerkschaften einen Schulterschluss zu vollziehen.

 
 

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